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08.09.2012 von eb , - Allerlei Textliches

Seid ihr auch alle schön glücklich ?

Zufrieden? Positiv gestimmt? Voller Vertrauen in die Zukunft? Das Hirn so richtig voller Endorphine? Nicht? Eher langweilig die Geschichte mit dem Glück? Na, - dann probiert's doch mal mit Unglücklichsein. Aber keine Angst, - ganz so schlimm, wird das jetzt auch nicht. Der Artikel hat mich auch nur schwer verärgert, weil es anscheinend immer erst irgendwelcher Philosophen oder sonstiger akademisierter Denker übers Glück bedarf, um Gedanken Einzug in die Qualitätsmedien zu gewähren, - über welche sich blogger eigentlich schon seit Jahren abquälen. Und dies deutlich praktischer orientiert. Diese merkwürdig verquirlte Mixtur aus Suche nach Endless-Happiness, übersteigertem, - bereits schon knallhart esoterisch angelehntem Positivismus-Gelalle, - Trendsetting, - Technokratiegläubigkeit bis zum Abwinken, und gleichzeitig vollkommener Ignoranz gegenüber Sozialabbau, Sanktionsbetrieb und Dehumanisierungsbestrebungen, - ist ja jetzt nun wirklich weder etwas Neues, - noch zu übersehen. Deshalb ist das ärgerlich, wenn sich immer erst ausgerechnet die Leute darüber Gedanken machen, deren Job das ist, - wenn schon alles gelaufen ist.

Alleine beim Begriff, "Happiness-Index", kann man ganz schlicht und einfach nachforschen, - wo der denn her kommt. Wobei der zusätzliche Satz;

Ist noch niemandem aufgefallen, dass die neuen Ideen vom Glück den alten christlichen Vorstellungen vom ewigen Heil sehr ähnlich sehen?

... ein wenig arg perfide und scheinheilig ist.

Natürlich ist das aufgefallen. Nur nicht denen, denen die Analogie als offenkundige Unmodernität missfallen hätte. Und sobald man es angeschnitten hat, haben diese Heilands-Positivisten einem zum Negativisten gestempelt, - dass es kracht. Dabei ist der Satz absolut zutreffend. Das Schlimme an jeder Form zielgerichtetem Polaritätsgebahrens, - unabhängig davon, ob es religiöser, ideologischer oder marktwirtschaftlicher Natur ist, - ist seine Dominanz als Mainstream, welche immer die Gefahr eines Dogmas in sich trägt, welches die Skeptiker davon, zu allen Zeiten der Geschichte denunziert hat. Und in Mainstreams mit herrschender Generalverdachtsmentalität, - ist das besonders schlimm. Dafür, - braucht wirklich keiner mehr Philosophen. Und schon mal gar nicht, - diese Art von Philosophie. Das Beängstigendste und Auffälligste, - alleine an den Bertelsmännern, - war von Anfang an, der übersteigert zielgerichtete "gewollte und gewünschte", - Positivismus innerhalb der gesamten soziologischen Studien-Schleuder-Maschinerie. Dieses Heilsgefühl, - war fast schon greifbar darin. Und ist es heute noch. Jetzt nur eben europäisiert getriggert. Warum glaubt man wohl, - dass sich fast das gesamte Spektrum an Soziologen, Zukunftsforschern, Trendsettern und Techno- sowie Glücks-Philosophen, - innerhalb des entsprechenden Dunstkreises bewegt hat? Exakt in den Jahren 2003 bis 2010 (Agenda 2010 und demografisches Projekt der Bertelsmann-Stiftung), - sind wir doch nur so zu-gemüllt worden, mit diesem, - fast würde ich sagen, - Scientologie-Gehabe. "Glaub an dich, - dann wirst du zu den Gewinnern gehören." Muss ich diesen blog hier, tatsächlich mit schier nicht mehr zu zählenden Seiten an Links, für entsprechende Lebensratgeber füllen, die alle als Resultat dieses Mistes entstanden sind, - und damit auch noch abzocken?

Zum Schluss, möchte ich noch auf die anfangs mehr "praktischer" orientierte Sichtweise eingehen. Die vom Autor des Artikels gewünschte Debatte, ... kommt einfach zu spät. Der Sozialabbau innerhalb dieses Positivismus, - ist getan. Und alle sind ganz glücklich. Bis es sie selber betrifft. Und immer nur dann. Und um meine Verärgerung bezüglich des Artikels noch etwas zu illustrieren. Diese Links, sind nicht als Werbung zu verstehen. Vielleicht konzentrieren wir uns in Zukunft, - mal nicht so sehr auf Lebenskunst, sondern diese überhaupt wieder zu ermöglichen. Und dies, - möglichst für alle. Ansonsten, ist dies nämlich das gleiche Metier. Und es fällt extrem schwer, es außerhalb der gleichen albernen Trendphilosophie zu sortieren. Ebenso, - verstehe ich unter; "praktischer", sich tatsächlich mal weniger Gedanken übers Glück zu machen, - und stattdessen mehr über unsere Philosophen. Die an unserem Glück, nämlich offenkundig genauso gut verdienen, - wie an unserem Unglück. Bei dem ganzen Glücks- und Antiglücks-Gedröhn, bekomme ich nämlich langsam das blöde Gefühl, dass man sich jetzt mit dem zufrieden zu geben hat, was man vorher, - voller Glück vergeigt hat.


Kommentare:


Frau Lehmann Uhrzeit 9.9.2012 1:48:39

Du sprichst mir aus der Seele. Letztens sind z.B. auf Anweisung von der Homepage der Schule, an der ich arbeite, alle Fotos gelöscht worden, die keine fröhlichen Gesichter gezeigt haben. Wer will denn auch an einer Schule anfangen (2. Bildungsweg, Erwachsenenbildung), in der nicht alle jederzeit glücklich sind, zumindest so wirken? Schönfärberei wohin man schaut.
All die Ratgeber, die uns suggerieren wollen, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied sei, passen vortrefflich zur ständig angemahnten "Freiheit in (eigener) Verantwortung" und sind mit verantwortlich für all die rassistischen und ganze Menschengruppen diskreditierenden Theorien und Stammtischparolen.
Aber auch Schmid bedient in seinem Artikel den Mainstream. Sonst würde er nämlich Glück und Zufriedenheit und Unglück und Unzufriedenheit nicht so ohne Weiteres als Synonyme behandeln, denn das sind sie definitiv nicht. Glück ist meiner meiner Meinung nach nämlich sowas von subjektiv und hat nichts mit einem gesamtgesellschaftlichen/ideologischen/religiösen Heilsversprechen zu tun, das heute mit Erfolg und Reichtum gleichgesetzt wird.
Es sind nicht die Unglücklichen, die auf die Straße gehen, sondern die Unzufriedenen. Und es sind nicht die Glücklichen, die träge werden, sondern die Zufriedenen (die, wie er sagt, ihre Ruhe wollen). Glück beflügelt! Wer könnte das denn anders sehen?
Besonders geärgert habe ich mich über folgende Aussage von Schmid: "Glück an sich ist kein erstrebenswertes Ziel. Es ist schön, wenn es uns gelegentlich berührt wie ein Hauch. Aber wenn es zu lange anhält, macht es träge - und wir richten uns in einer Zufriedenheit ein, die uns auf Dauer nicht guttut". Als wüsste er nicht, dass es einen ewig anhaltenden Glückszustand nicht gibt.


eb Uhrzeit 9.9.2012 12:27:11

@Frau Lehmann
Yup, sehe ich genauso. Diese extrem schwammigen (Pseudo?)-Wissenschaftsgebiete, in welchem sich so alles mögliche herum-tummelt, zähle ich zur Sparte Horx, Dettling, Kruse etc... Zukunftsforscher, Netzforscher, Glücksforscher, Liebesforscher, Todesforscher, Lebensforscher. Sollte man mir mal keine Wahl mehr lassen, mit ehrlicher Arbeit mein Geld zu verdienen, werde ich mich mal als Nebelforscher betätigen. Es wird sicher Möglichkeiten geben, Nebel jeder Art und Form, real und surreal zu klassifizieren, - einen fog-index zu gestalten und daraus Philosophie als auch Soziologie zu basteln. Dass die Leute auf so Zeugs immer noch drauf rein fallen, ist das wirklich Traurige daran.


epikur Uhrzeit 10.9.2012 11:9:19

Tja, wir blogger sind eben nur Ketzer. Der Name ist ein Zeichen oder anders: der Nachrichtenwert wird durch das Zitat einer bekannten Person, eines vermeintlichen Experten, Dr, Prof. Dipl., Phil. etc. erst erzeugt. Auf Inhalte kommt es doch schon lange nicht mehr an, bei den sog. Massen- und Qualitätsmedien, sondern auf die Möglichkeit der Personalisierung.

Zum Artikel der Süddeutschen:
Auch diese Zeitung hat reichlich an der Denunziation und Diffamierung von Kritikern ("vermeintlich Unglücklichen"? beigetragen. Mit der "always happiness" wird doch überall ordentlich Geld verdient (Unternehmen, Werbung, TV etc.). Und genau darauf kommt es doch an: Kohle.

Man könnte das Ganze auch noch anders verstehen: wir haben gnadenlosen Sozialabbau betrieben, Egoismus gefördert, Solidarität diffamiert usw., euch unglücklich gemacht - und so schlecht ist Unglück jetzt auch nicht. Sehts positiv!




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